WASDa los?! #1 | Quo Vadis, Xbox?
Die erste Ausgabe von WASda los?! ist da und boy, ich bin ein bisschen aufgeregt. Schon lange habe ich mit dem Gedanken gespielt, irgendwo ein bisschen meiner Gedanken zu Videospielen und allem was damit zu tun hat raus ins Internet zu brüllen und jetzt habe ich mich 2026 ausgerechnet für einen Newsletter entschieden? Ja ist mir denn zu helfen? Naja, wie auch immer. Schauen wir mal, was das hier wird. Wenn es große Grütze ist, dann ignoriert es einfach und wenn es euch gefällt - über ein Abo würde ich mich sehr freuen!
In dieser ersten Ausgabe meines Gaming-Rausbrüll-Formats geht es um den strauchelnden grünen Branchenriesen und meinen Take zu den aktuellen Änderungen, ich erzähle welche Spiele aktuell meine Abende füllen und ein kleiner Newsticker darf auch nicht fehlen. So hab ich mir das Fomat jetzt erst mal vorgestellt, aber wundert euch nicht wenn ihr nächste Woche reinschaut und dann ist alles ganz anders. Ich probier mich hier noch aus und es wird sich zeigen, wie sich das hier so entwickelt. Aber genug der langen Vorrede; kommen wir mal zum Thema der Woche.

Thema der Woche: Die Rückkehr zur Xbox
Für viele Jahre war das Hauptgerät auf dem ich Videospiele gespielt habe nachdem ich eigentlich immer ein PC Kind war eine Xbox. Begonnen hatte meine Reise mit der Xbox One S - die hatte ich mir damals extra für den neuen Xbox Game Pass geholt. Das war damals ein ziemlich gutes Angebot (man waren das gute Zeiten- ich erinnere mich noch an 1€ im Monat, omg) und meinen in die Jahre gekommenen PC upzugraden wäre ganzschön teuer geworden (Der 2018er kannte die RAM Preise 2026 nicht und dachte DAS ist teuer, uff). Statt einem PC Upgrade habe ich mich also für eine Konsole entschieden und der Game Pass hat mich schließlich dazu gebracht, mir eine Xbox One S (im Angebot für 160€!!! mit Forza Horizon 4 im Bundle) zu kaufen.
Ein paar Jahre später habe ich die Konsole, die mir gut gedient hat, an meinen Neffen weitergegeben und mir eine Xbox Series X geholt. Die Konsole war super, ich habe sie gerne benutzt, aber eines hat ihr gefehlt: Spiele. Nach vielen Enttäuschungen und Preiserhöhungen beim Game Pass kam dann die letzte Verteuerung auf 27€ im Monat im Herbst 2025 und hat mich dazu gebracht, dem Game Pass den Rücken zu kehren. Druck war schon auf dem Kessel und diese Entscheidung hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Oder den Kessel. Fass, Kessel, wie auch immer. Die Konsole sollte meinen Gaming-Raum verlassen.
Ironischerweise war es trotzdem Xbox Hardware, die ich mir daraufhin angeschaffft habe und auf der ich auch heute noch die meisten meiner Spiele spiele: Der ROG Xbox Ally X (Über Xbox Namensgebung können wir wann anders reden, ich meine, ernsthaft?). Nun gut, zumindest auf Windows verzichte ich und habe stattdessen die Steam OS Alternative Bazzite installiert, das beleuchtete Xbox Logo ist trotzdem immer präsent, wenn ich meinem Lieblingshobby fröhne. Und das Gerät finde ich zugegebenermaßen ziemlich gut. Handheld passt super zu meinen Gaming-Habits als Familienvater für entspanntes Zocken auf der Couch neben meiner Frau und bei Bedarf kommt der Ally einfach in die Station und wird an den Desktop Monitor angeschlossen, mit Maus und Tastatur bedient und verwandelt sicht mirnichtsirnichts in einen (zugegebenermaßen nicht wirklich leistungsstarken) PC.
Aber kommen wir zum eigentlichen Thema, das mich aktuell im Videospiel Kosmos beschäftigt und warum ich diese lange Einleitung geschrieben habe. Was geht eigentlich ab bei Xbox?
Mit dem Führungswechsel an der Spitze der Xbox Division von Microsoft vom alteingesessenen (und nur bedingt erfolgreichen) Phil Spencer zu Asha Sharma haben einige Fans (Fans eines Milliardenunternehmens? Naja, anderes Thema) das Schlimmste befürchtet. Immerhin war AI auch ein präsentes Thema in den vorherigen Stationen der neuen Xbox Bossin, zuvor war sie nämlich Präsidentin von CoreAI bei Microsoft. Nach einigen Wochen im Amt kann man zumindest sagen: Viel der Kommunikation hört sich aus Sicht der Marke eigentlich ganz gut an.
Gibt es von Xbox etwa - lasst mich in meine Notizen schauen - eine Rückkehr zu Xbox? Phil Spencer war zuletzt “Head of Microsoft Gaming”. Unter Sharma soll die Division wieder in “Xbox” umbenannt werden. Mutige Entscheidung, möchte man da meinen. Geradezu waghalsig, oder nicht?
Die neue Bossin spricht aber nicht nur von der Rückkehr zu Xbox sondern möchte auch die Hardware als Kerngeschäft wieder mehr in den Fokus nehmen. Die Marketing Kampagne “Everything is an Xbox” wurde gestrichen. Die Entscheidung, keine Exklusivtitel mehr für die Konsole zu produzieren sondern einen Multiplatformansatz zu verfolgen, bei dem alles irgendwann auch für Playstation-Besitzer spielbar wird, wird hinterfragt. AI Entscheidungen und ein uns Gamern in den Rachen gestopfter Copilot soll engecancelt werden. Entscheidungen, die aus Sicht der Spielerschaft sicher begrüßt werden. Und was zumindest positiv stimmt: Den Worten folgen auch Taten.
Der Preis für den Xbox Game Pass wird verringert. Statt 26,99€ sind jetzt nur noch 20,99€ fällig. Ihr habt richtig gelesen. Preise sinken - im Jahr 2026! Das wir das noch erleben dürfen. Da werde ich selbst ganz nervös. Sowas ist erlaubt? Kann das mal jemand meinem Vermieter sagen?
Naja, kommen wir zurück zum Spieleabo. Ihr werdet sicher rufen: Ja aber Moment mal, wenn die Preise sinken, dann wird doch bestimmt auch das Angebot schlechter! Und ja, doch, eine Einschränkung gibt es da schon. Die ist allerdings nur für einen Teil der Spielerschaft relevant. Das nächste Call of Duty kommt nicht mir Day One in den Game Pass. Okay. Passt. Kann ich mit leben, um ehrlich zu sein. Wenn mich kein Call of Duty im Game Pass habe und dafür 6€ spare, dann habe ich 6€ mehr und dafür 0 Stunden weniger Call of Duty gespielt.Und ich denke, diejenigen, die Call of Duty tatsächlich gerne spielen, kommen damit auch klar. Die werden sich das Spiel sowieso direkt kaufen. Und wenn das Spiel nicht in den Game Pass kommt verliert Microsoft außerdem auch nicht 300 Millionen Dollar an ausbleibenden Einnahmen und naja alleine diese Meldung sollte uns alle aufatmen lassen! Puh, wieder ein Milliardenunternehmen davor bewahrt, etwas weniger Einnahmen zu machen. Müssen wir ja zumindest nicht mehr massenhaft Leute entlassen, oder. Oder?
Okay. Beruhigen wir uns mal. Xbox ist gerettet, Asha Sharma ist unser aller Gamer-Heiland und führt die Konsole des Giganten Microsoft ins Heilige Land. Endlich können die Konsolenkriege wieder beginnen! Sony, zieh dich warm an! Nintendo - ach quatsch, bei Nintendo machen sie sowieso, was sie wollen. Also hauptsächlich Leute verklagen, nehme ich an. Aber zurück zum Punkt: das klingt doch alles ganz gut. Dann geht es jetzt wohl alles bergauf bei Xbox, nicht wahr?
So ganz optimistisch bin ich - ihr könnt es euch denken - sicherlich nicht. Da ist auf jeden Fall ganz viel Marketing mit dabei, wenn Asha Sharma von einer Rückkehr zu Xbox spricht und damit genau das sagt, was Xbox Fans (Nochmal: Fans eines Milliardenunternehmens? Leute...) hören wollen. Das klingt besser als “Multiplatform” und “This is an Xbox” während man auf ein halb zerfallenes Xiamo Smartphone von 2018 zeigt. Aber was ein Unternehmen in dieser Größe am Ende tatsächlich aus seiner kleinen Gaming-Sparte macht, während die ganze Welt nur aufgeregt “AI, omg, gib mir mehr AI” stammelt, das wird sich noch zeigen. Microsoft ist weiterhin ganz oben dabei im AI Business (Nicht zur Freude aller, wie der weiterhin bestehnde Xbox Boykott der Organisation BDS zeigt) und dieser Goldrausch wird so schnell wohl nicht enden.
Was das alles für mich bedeutet: Ich weiß es noch nicht so ganz. Werde ich zu Xbox zurückkehren, mir eine mittlerweile teurere Xbox Series X anschaffen, als zu Release, und den Game Pass wieder abonnieren? Vermutlich nicht. Aber immerhin leuchtet mir das Xbox Logo des ROG Xbox Ally X entgegen, wenn ich auf meinem Linux gepowerten Handheld meine Steam Spiele spiele. Und das wird ja wohl für was gut sein.
Zockung der Woche
Zuletzt habe ich Hermit and Pig beendet. Das ist ein schick animiertes RPG, bei dem man einen alten Einsiedler in einem Wald mit seinem Hausschwein spielt, Pilze frisst und daraufhin besondere Fähigkeiten bekommt, die man in Rundenbasierten Kämpfen einsetzt.
Der besondere Kniff (bis auf das coole Setting und das mit dem Pilze-Fressen): Für Attacken wählen wir nicht nur eine Aktion aus, sondern müssen eine Kombination aus Tasten drücken, während ein Timer abläuft. Geben wir die falsche Kombination ein machen wir wenig oder keinen Schaden, geben wir sie zu langsam ein, verpassen wir unseren Zug und der Gegner ist dran. Das sorgt durchaus für Stress im sonst so ruhigen Rundenkampf-Genre, ist aber gerade später im Spiel, wenn die Kombos so richtig ins Blut übergegangen sind, man mehrere Angriffe pro Zug macht und dank eingesetzter Trinkets sogar mehr Schaden macht, ganzschön befriedigend. Und für diejenigen, die darauf keinen Bock haben, gibt es Anpassungsmöglichkeiten. So kann man den Timer verlängern oder das Kombo-Feature direkt deaktivieren, um die Angriffe doch einfach über ein Menü auszuwählen. Mehr optionale Anpassungen = mehr gut, würde ich sagen!
Was die Geschichte angeht nimmt sich Hermit and Pig das Thema Umweltschutz und wie wir und vor allem Konzerne mit unserer Umwelt umgehen zur Brust. Das funktioniert gut, wird nie zu sehr mit dem Holzhammer vollzogen und kommt auch mit einer ordentlichen Prise Humor daher. Bei der Auswahl von Dialogoptionen musste ich das ein oder andere Mal wirklich lachen und wenn man die falsche (oder, weil oft witzigere, richtige) Option auswählt fängt Hermit an zu schwitzen, “cringe” steht auf dem Bildschirm und er verliert einen Lebenspunkt. Solche und andere nette Ideen haben für mich dazu beigetragen, nach knapp 8 Stunden glücklich die Credits zu sehen und das Spiel zufrieden in meine Empfehlungsliste aufzunehmen. Viel länger hätte das Kampfsystem zugegeben wahrscheinlich auch nicht getragen, aber ich hatte bis zum Ende einen großen Spaß mit dem charmanten und witzig geschriebenen Abenteuer von Hermit und seinem Schwein.
Als nächstes habe ich mir Alabaster Dawn auf meinen Stapel gepackt - dazu mehr in der nächsten Ausgabe von WASDa los?!. Das ist ein schick aussehendes Pixel Abenteuer von Radical Fish Games, den CrossCode Machern. Auf Steam gibt es auch eine Demo, in die es sich reinzuspielen lohnt. Sieht vielversprechend aus, kommt aber erstmal im Early Access raus. Ich berichte euch mehr!
Newsticker
Xbox ändert noch mehr in der Führungsriege: Weitere Xbox News, denn Asha Sharma ist noch nicht fertig damit, den Giganten umzubauen. Schauen wir mal weiter, was draus wird.
Take Two CEO Strauss Zelnick (Was ein Name, oder?) ist mittleweile deutlich zufriedener mit dem Zustand des neuen Bioshock. Mal schauen, wann wir das Spiel bekommen und ob es die großen Fußstapfen der Vorgänger ausfüllen kann.
Noch mehr Entlassungen bei Build A Rocket Boy. Saboteure sage ich, alles Saboteure!
EA geht es gut, zumindest laut dem aktuellen Finanzbericht. Eine weitere Sorge um ein Großunternehmen, die wir beiseite legen können. Puh! Müssen wir den Saudis erstmal nicht mit einem Spendenaufruf unter die Arme greifen.
Wizards of the Coast (Dungeons & Dragons und MagicThe Gathering) hat es verpasst, vor Fristende die neu formierte Gewerkschaft von Mitarbeitenden des Online-Magic-Ablegers Magic The Gathering: Arena anzuerkennen. Ein weiteres Kapitel im langen Buch Kapitalismus vs Menschen. Schauen wir mal, wie das aussgeht.
Das war’s erstmal von meiner Seite. Wenn euch die erste Ausgabe von WASDa los?! gefallen hat, lasst mir gerne ein Abo da (omg sagt man das auch in einem Newsletter oder nur beim neuen YouTube Fashion Blog für 14-Jährige Shorts-Gucker?) und sagt es ganz eifrig weiter. Ich werde mich hier in Zukunft regelmäßig melden und meine Gedanken zum Geschehen in der Gaming Welt mitteilen. Ob ihr lest oder nicht! Aber wenn ich ganz ehrlich bin: Wenn ihr’s lest fände ich es schon besser.
Bis zum nächsten Mal, Ciao!



